Castro geht - die Lancero bleibt!
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Castro geht - die Lancero bleibt!

 

Fidel Castro // Familie Portmann im Tropicana  (Havanna 2001)


 

Fidel Castro, weltweit dienstältester Regierungs-Chef, tritt ab. Ihm haben wir eine der besten Cigarren zu verdanken: Die Cohiba Lancero. Nicht wenige Aficionados schwören seit Jahrzehnten auf diese elegante Puro, so auch Hanns Bewersdorff, Kolumnist der Welt am Sonntag.

 


Lesen Sie hier nochmals, was er zu Castros Lieblings-Cigarre schreibt:


26. Februar 2006  //  Hans Bewersdorff

Castros Cohiba wird 40

Ihr Aufstieg begann vor 40 Jahren. Kurz nach der Revolution im Januar 1959 bezog Castro die Präsidenten-Suite des gestürzten Diktators Batista im damals nagelneuen "Hilton" (heute Hotel "Habano Libre"). Dicke Rauchschwaden waberten fortan durch die Luxus-Gemächer. Eines Tages bemerkte Castro den exotischen Duft einer unbekannten Havanna dazwischen. Sein Bodyguard Chicho war die Quelle. Der bot ihm eine dieser schlanken Zigarren an, die sein Freund, der Zigarren-Roller Eduardo Rivera, für den eigenen Gebrauch fertigte.
Castro war begeistert. Fortan fungierte Rivera als heimlicher Torcedor des Revolutionärs, und die schlanke Havanna mit dem Zipfel wurde zur Legende.

Ausgesuchte Staatsgäste und Diplomaten bekamen die noch namenlose Zigarre als Geschenk. 1964 wurde ein edles Palais im Nobelstadtteil Miramar kurzerhand in eine Mini-Zigarrenfabrik umfunktioniert, in der ausschließlich Castros Havanna produziert wurde. Rivera rollte sie gemeinsam mit acht handverlesenen Frauen. Darunter auch eine gewisse Norma Fernández.

1966 schließlich bekam die Zigarre des Comandante ihren Namen Cohiba. So nannten die kubanischen Taino-Indianer vor 500 Jahren ihre gerollten Tabakblätter.
Kurz darauf verlegte man die Fertigung ein paar Straßen weiter in einen mondänen Pavillon - die heutige El-Laguito-Fabrik. 1969 erhielt die Cohiba ihr berühmtes Logo, den Indianerkopf. Zu Fidels Laguito No. 1 (Lanceros) kamen noch die Laguito No. 2 (Coronas Especiales) und die Laguito No. 3 (Panetelas). Doch erst mit ihrer offiziellen Markteinführung 1982 startete der Siegeszug der Cohiba.

Heute gehört sie zu Kuba wie der Bart zu Fidel. Bis zu Castros öffentlichem Bekenntnis aus dem Jahr 1985 ("Ich gebe als Vorbild für alle Kubaner das Rauchen auf") rollte Norma Fernández exklusiv für ihn die Cohibas. Inzwischen ist sie die letzte noch verbliebene Torcedora aus der Anfangszeit.

Zum 40. Geburtstag der Marke hat Señora Fernández noch einmal eine wichtige Aufgabe übernommen. Sie allein fertigte die 4000 Jubiläums-Zigarren Behique Cohiba 40 Aniversario. Seit letztem Sommer war sie ausschließlich mit der Herstellung dieser Havanna mit monströsen Ausmaßen (192 mal 52) beschäftigt. Große Mengen kostbarster Tabake der besten Lagen in Pinar del Río wurden für die Behique verbraucht.
Schade eigentlich.

So wurde die vielleicht letzte Chance verpaßt, zu Fidels Lebzeiten noch eine Jubiläums-Lancero zu bringen. Denn sie war und ist immer noch die beste Cohiba.  
Bleibt nur die Hoffnung auf den nächsten großen Geburtstag .....  
 
 


Das nächste "Rauchzeichen" in der Welt am Sonntag erscheint am 24.02.2008

 
 
P.S.: Wir danken Hanns Bewersdorff für die Genehmigung zur Veröffentlichung seines Artikels.
 
Und wir danken ihm für sein langjähriges Engagement "pro Cigarre"!

 

HWE 22.02.08




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